systemische Therapie (Aufbau)
einjährige DGSF zertifizierte Weiterbildung
nächster Start 07.05.2026
Die Weiterbildung richtet sich an MitarbeiterInnen aus allen psychosozialen Arbeitsbereichen, z.B. aus ambulanter und stationärer Jugendhilfe, Schule, Kita, Kliniken, ASD, Jobcenter, seelsorgerischen Kontexten usw. mit einem Abschluss als systemische:r Berater:in (DGSF).
Menschen mit dem Abschluss der systemischen Gesellschaft (SG) reichen bitte eine Anfrage ein, aus welcher der Umfang der abgeschlossenen Weiterbildung in konkretem Stundenumfang und Inhalt nachvollziehbar ist.
Eine multiprofessionell aufgestellte Weiterbildungsgruppe spiegelt die Realität der systemischen Arbeit wieder und bereichert inhaltlich sowie fachlich.
- Zugang A:
Hochschulabschluss (*) mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung
− und psychosoziale Praxiserfahrungen
− und erfolgreicher Abschluss einer DGSF-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung“ oder „Systemisches Coaching“ als Grundweiterbildung
oder
Zugang B:
ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung)
− und Berufstätigkeit im pädagogischen, medizinischen oder psychosozialen Bereich
− und erfolgreicher Abschluss einer DGSF-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung“ oder „Systemisches Coaching“ als Grundweiterbildung.
(*Hochschulabschlüsse sind Bachelor-, Master- und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten, Fachhochschulen und dualen Hochschulen)
2.
Möglichkeit zur Umsetzung Systemischer Therapie/ Familientherapie und/oder Systemischer Beratung während der Weiterbildung
3.
Bereitschaft zur Selbsterfahrung
Kwerenzia bildet systemische Berater:innen und systemische Therapeut:innen nach den Richtlinien der DGSF aus und vermittelt dabei neben dem grundlegenden systemischen Verständnis umfangreiche Methodenkenntnisse.
Unser Ziel ist es, systemische Fachleute auszubilden, die ein geschultes Wissen und Gespür für die Bedürfnisse, Gefühle und Kontexte der KlientInnen haben, sowie für die Zusammenhänge bzw. Muster, die bestimmte Problematiken
erzeugen bzw. aufrechterhalten. Wir regen unsere Weiterbildungsteilnehmernden dazu an, sog. Probleme als Ausdruck von Bedürfnissen und bisherige Lösungsversuche der Betroffenen zu verstehen. Besonderes Augenmerk legen
wir auf eine
differenzierte Auftragsklärung, weil dies unserer Erfahrung nach den Grundstein für die Wahl geeigneter Interventionen legt und die Möglichkeiten zur Selbstwirksamkeit bei den Klient:innen dadurch erhöht werden.
Neben der fundierten Vermittlung systemischer Theorie und entsprechender Methodik ist uns an der individuellen Praxis orientiertes Arbeiten sehr wichtig. Persönliche berufliche Erfahrungen werden mit theoretischem Input gekoppelt.
Die Lernenden profitieren sehr stark von diesem praxisbezogenen Arbeiten (z.B. in den Live-Supervisionen) profitieren und sich dabei theoretisch vermitteltes Wissen weiter festigt und neu erschließt.
Besonders wichtig ist es uns, dass sich die Weiterbildungsteilnehmenden in den verschiedenen Methoden ausprobieren und ihren eigenen, individuellen Beratungsstil entwickeln. Zu diesem Prozess möchten wir sie ermutigen und dabei unterstützen.
Für uns ist ein regelmäßiger Austausch nach den Seminaren, eine gute Feedbackkultur sowie auch ein fachlicher Austausch über systemische Themen Grundlage für unsere Zusammenarbeit sowie der Weiterentwicklung unseres systemischen Selbstverständnisses.
Es geht darum,
• therapeutische Prozesse aufbauend auf vorhandenen Beratungskompetenzen vertieft zu planen, zu gestalten und zu evaluieren.
• systemische Gesprächsführung, therapeutische Interventionen und Hypothesenbildung in komplexen Therapieverläufen sicher anzuwenden.
• therapeutisch relevante Muster, Symptome und Dynamiken in Einzel-, Paar- und Familiensystemen differenziert zu erkennen und zu bearbeiten.
• die Handlungssicherheit im Umgang mit Krisen, psychischer Destabilisierung und hohen emotionalen Belastungen weiterzuentwickeln.
• das eigene therapeutische Vorgehen zu profilieren und ein stimmiges, integratives therapeutisches Arbeitskonzept zu entwickeln.
Wir unterstützen darin,
• eine therapeutische Haltung weiterzuentwickeln, die Beziehungssicherheit, Empathie und professionelle Klarheit verbindet.
• Kommunikation in Therapieprozessen vertieft haltgebend, strukturierend und prozessförderlich einzusetzen.
• einen reflektierten Umgang mit Macht, Abhängigkeit, Nähe und Distanz in therapeutischen Beziehungen weiter auszubauen.
• komplexe Konflikte, Ambivalenzen und Loyalitätskonflikte innerhalb therapeutischer Systeme professionell zu begleiten.
• Kooperation mit relevanten Bezugssystemen und professionellen Netzwerken gezielt therapeutisch zu nutzen.
Die Weiterbildung dient dazu,
• systemische Theorien, Modelle und Haltungen auf therapeutische Fragestellungen zu vertiefen und differenziert anzuwenden.
• bestehendes Wissen zu Entwicklungs-, Bindungs-, Konflikt-
und Krisentheorien therapeutisch weiterzuentwickeln und mit Störungs- und Belastungsbildern zu verknüpfen.
• therapeutisch komplexe Settings und Kontexte (z. B. Mehrpersonensettings,
institutionelle und Zwangskontexte) differenziert zu analysieren und einzuordnen.
• diagnostische, rechtliche und ethische Grundlagen systemischer Therapie zu vertiefen und
sicher in die Praxis zu integrieren.
• vertiefte Kenntnisse zu Diversity-, Gender-, interkulturellen und sozialökologischen Aspekten in therapeutischen Prozessen zu entwickeln.
Die übergeordneten Kompetenzziele sind dabei:
• eine klare therapeutische Identität auf Basis vorhandener Beratungskompetenzen weiter auszubilden.
• die Fähigkeit zur vertieften Selbstreflexion, zur Nutzung von Perspektivwechseln und zur bewussten therapeutischen Positionierung zu stärken.
• den professionellen Umgang mit eigenen Grenzen, therapeutischer Verantwortung und Wirksamkeitsgrenzen weiterzuentwickeln.
• Supervision und kollegiale Beratung gezielt für die Bearbeitung komplexer therapeutischer Prozesse zu nutzen.
• Selbstfürsorge sowie die Reflexion biografischer und transgenerationaler Einflüsse als festen Bestandteil nachhaltiger therapeutischer Professionalität zu festigen.
Die Weiterbildung hat eine Laufzeit von mindestens 12 Monaten.
Seminarzeiten der zweitägigen Seminare und Supervisionsseminare:
Freitag: 09:00 – 18:15
Samstag: 09:00 – 18.15
Die dreitägigen Seminare beginnen am
Donnerstag: 09:00 Uhr
die viertägigen Seminare beginnen am
Mittwoch: 09:00 Uhr
Themenschwerpunkt „SYSTEMISCHE THERAPIE – AUFBAU“:
Seminar 1: Hypnosystemische Interventionen
Seminar 2: Arbeit mit psychiatrischen Störungsbildern
Seminar 3: Arbeit mit psychosomatischen Symptomen
Seminar 4: Arbeit mit Trauma/ Embodyment
Seminar 5: Abschied Trauer Verlust
Seminar 6: Abschlusskolloquium
optional: Familienrekonstruktion
begleitender Themenschwerpunkt „SUPERVISION UND REFLEKTION DER EIGENEN ARBEIT“
3 Supervisionsseminare – 60 UE
Intervisionsgruppen – 50 UE
(gegenseitige Unterstützung, Erarbeitung von Themen aus den Seminaren, Fallbesprechungen, Selbstreflektion, Literaturarbeit)
individuelle Selbsterfahrung – 10 UE
(eigene Entwicklung, individuelle Themen, Integration von Weiterbildungsentwicklungen in das eigene Bezugssystem)
Teilnahme und erfolgreicher Abschluss werden mit dem Zertifikat als SYSTEMISCHE(R) THERAPEUT(IN)- Kwerenzia bescheinigt. Dieses kann bei Erfüllung aller Voraussetzungen durch die DGSF zertifiziert werden.
In anderen Fällen erfolgt eine Teilnahmebescheinigung für die erbrachten Leistungen.
Das Curriculum erfüllt die Bedingungen der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF).
In den Weiterbildungskosten von 3200 Euro sind enthalten: Seminare (außer Familienrekonstruktion), Supervisionsseminare, Seminarunterlagen, Snacks und Getränke in den Seminaren, Instituts-Zertifikat/ Teilnahmebescheinigung und Prüfung der Zugangsvoraussetzungen sowie Prüfung der erbrachten Leistungen während der Weiterbildung.
Die Kosten für die individuell organisierten Einzelselbsterfahrungen (ca. 500,00 – 700,00 EUR) sind darin nicht enthalten. Das betrifft ebenfalls alle evtl. anfallenden Unterkunfts- und Verpflegungskosten, sowie die Zertifizierungskosten durch die DGSF.
Das optionale Seminar Familienrekonstruktion kostet für die Teilnehmer:innen des Aufbaukurses 375,00 EUR.
Eine Ratenzahlung ist möglich.
Die Möglichkeit der Förderung durch die Sächsische Aufbau-Bank (SAB) ist individuell zu prüfen. Bei der Förderung durch die SAB ist zu beachten, dass der Antrag vor Maßnahme-Beginn erfolgen muss, um eine Förderung zu erhalten.
Und sonst noch…
Inhalt
Uns ist wichtig eine fundierte Basis zu schaffen, um mit unterschiedlichsten Kontexten und Settings arbeiten zu können. Die Arbeitsfelder unserer Teilnehmenden mit ihren spezifischen Themen bestimmen diesen Inhalt mit.
Praxis
Neben der Weiterbildung werden Praxiserfahrungen gesammelt und mit den Inhalten der Weiterbildung individuell verknüpft. Damit entsteht ein ganz spezifisches Kompetenzfeld bei unseren Teilnehmenden.
Reflexion
Ein Teil der Aufbau-Weiterbildung „systemische Therapie“ beinhaltet Praxisreflexionen und die Supervision der eigenen Arbeit. Diese Reflexion ermöglicht auch die eigene Entwicklung wahrzunehmen.
Selbstorganisation
Ein weiterer Teil der Weiterbildung wird in Form von selbstverantwortlichen Intervisionen selbst organisiert und bearbeitet. So können die Inhalte und Erfahrungen nachhaltig integriert werden.