systemische Paartherapie (Aufbau)
einjährige DGSF zertifizierte Weiterbildung
nächster Start 2027
Die Weiterbildung richtet sich an Mitarbeiter:innen aus psychosozialen Arbeitsbereichen, deren Ziel es ist mit Paaren zu arbeiten bzw. deren Arbeitsfeld eine gezielte Auseinandersetzung mit diesem Kontext erfordert. Da diese
Weiterbildung
eine Aufbauweiterbildung ist, wird eine systemische Ausbildung in Beratung, Therapie oder Coaching vorausgesetzt, um an der gesamten Weiterbildung teilzunehmen. Menschen ohne systemische Grundausbildung schicken bitte eine
aussagekräftige
Bewerbung mit Lebenslauf und Kopien der relevanten Berufsabschlüsse, sowie ein Motivationsschreiben.
1.
Zugang A: Hochschulabschluss* mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung und psychosoziale Praxiserfahrungen und Abschluss einer DGSF-/SG-anerkannten
Weiterbildung „Systemische Beratung / Coaching oder Therapie“
oder
Hochschulabschluss* mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung und psychosoziale Praxiserfahrungen und Abschluss einer anderen curricular aufgebauten Weiterbildung im Spannungsfeld von Person, Rolle und Institution, Umfang mind. 300 UE von Dozierenden angeleitete Präsenzstunden, als auch eine systemische, curricular aufgebaute Fortbildung mit einem Umfang von mind. 120 UE von Dozierenden angeleiteten Präsenzstunden
oder
Zugang B): ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung) und Abschluss einer DGSF-/SG-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung / Coaching oder Therapie“
oder
ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung)
und Abschluss einer anderen curricular aufgebauten Weiterbildung im Spannungsfeld von Person, Rolle und Institution, Umfang mind. 300 UE von Dozierenden angeleitete Präsenzstunden, als auch eine systemische, curricular aufgebaute Fortbildung mit einem Umfang von mind. 120 UE von Dozierenden angeleiteten Präsenzstunden.
(*Hochschulabschlüsse sind Bachelor-, Master- und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten,Fachhochschulen und dualen Hochschulen)
2. Möglichkeit zur Umsetzung Systemischer Paartherapie und -beratung während der Weiterbildung.
3. Bereitschaft zur Selbsterfahrung
Kwerenzia bildet systemische Berater:innen und systemische Therapeut:innen nach den Richtlinien der DGSF aus und vermittelt dabei neben dem grundlegenden systemischen Verständnis umfangreiche Methodenkenntnisse.
Die systemische Paartherapie schließt sich an diese Weiterbildungskonzepte an.
Mit Paaren zu arbeiten wird von vielen Kolleg:innen als besonders herausfordernd erlebt. Die Dynamik läuft häufig in schnellen Wechseln und eingefahrenen Mustern. Nicht selten wird versucht die beratende Person auf eine Seite zu bringen.
Manche Paare entschließen sich zudem so spät zu einer Paartherapie, dass die gegenseitige Wertschätzung unreparierbar wirkt und trotzdem scheinen sie noch Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft zu haben. Die Vielfalt an Paarkonstellationen ist sichbarer geworden. Menschen mit alternativen Paarkonzepten oder queere Paare trauen sich häufiger Beratung in Anspruch zu nehmen. Und keine andere Beziehung in unserem Leben vereint alle unsere Alltagsthemen so sehr wie unsere Paarbeziehungen: Liebe, Herkunft, Sex, Familie, Zukunft, Job, Freizeit, Hobbys…
Diese Weiterbildung deckt deshalb ein breites Spektrum an Themen und Paarwelten ab.
Es geht darum,
• paartherapeutische Prozesse aufbauend auf vorhandenen Beratungs- und Therapiekompetenzen gezielt zu planen, zu gestalten und zu evaluieren.
• systemische Gesprächsführung und spezifische paartherapeutische Interventionen sicher anzuwenden.
• Beziehungsmuster, Konfliktdynamiken und Eskalationsprozesse in Paaren differenziert zu erkennen und therapeutisch zu bearbeiten.
• Handlungssicherheit im Umgang mit Krisen, Trennungsprozessen, Affären, Gewalt- oder Loyalitätskonflikten weiterzuentwickeln.
• ein eigenes, stimmiges paartherapeutisches Vorgehen und Profil zu entwickeln.
Wir unterstützen darin,
• eine gefestigte paartherapeutische Haltung zu entwickeln, die Allparteilichkeit, Klarheit und emotionale Präsenz verbindet.
• Kommunikation in hoch emotionalisierten und konflikthaften Paarsituationen strukturierend und deeskalierend einzusetzen.
• Nähe-Distanz-Dynamiken, Machtverhältnisse und Abhängigkeiten in Paarbeziehungen professionell zu begleiten.
• mit Ambivalenzen, Loyalitätskonflikten und widersprüchlichen Aufträgen der Partner*innen konstruktiv umzugehen.
• relevante Bezugssysteme und professionelle Netzwerke bei Bedarf verantwortungsvoll in die Paartherapie einzubeziehen.
Die Aufbauweiterbildung dient dazu,
• systemische Theorien, Modelle und Haltungen gezielt auf paartherapeutische Fragestellungen zu vertiefen und anzuwenden.
• vorhandenes Wissen zu Bindungs-, Entwicklungs-, Konflikt- und Krisentheorien paartherapeutisch zu differenzieren und zu erweitern.
• spezifische Dynamiken von Paarbeziehungen (z. B. Nähe-Distanz-Regulation, Macht, Loyalität, Sexualität, Trennung) fachlich zu analysieren.
• rechtliche, ethische und professionelle Rahmenbedingungen paartherapeutischer Arbeit (u. a. Auftragsklärung, Allparteilichkeit, Schweigepflicht) zu vertiefen.
• die Bedeutung von Diversity-, Gender-, kulturellen und sozialökologischen Aspekten für Paarbeziehungen und Paartherapie zu reflektieren.
Die übergeordneten Kompetenzziele sind dabei:
• eine eigenständige paartherapeutische Identität auf Basis vorhandener therapeutischer Kompetenz weiterzuentwickeln.
• die Fähigkeit zur vertieften Selbstreflexion in Bezug auf eigene Beziehungserfahrungen, Haltungen und Trigger zu stärken.
• den professionellen Umgang mit Grenzen, Verantwortung und Wirksamkeitsgrenzen in der Paartherapie weiter auszubauen.
• Supervision und kollegiale Beratung gezielt für komplexe paartherapeutische Prozesse zu nutzen.
• Selbstfürsorge sowie die Reflexion biografischer und transgenerationaler Beziehungsmuster als Bestandteil professioneller Paartherapie zu festigen.
Die Weiterbildung hat eine Laufzeit von mindestens 12 Monaten.
Seminarzeiten zweitägigen Blockseminare:
Freitag: 09:00 – 18:15 Uhr
Samstag: 09:00 – 18:15 Uhr
Seminarzeiten der dreitägigen Seminare:
Donnerstag 09:00 – 18:15 Uhr
Freitag: 09.00 – 18.15
Samstag: 09:00 – 18:15
Themenschwerpunkt „SYSTEMISCHE PAARTHERAPIE – AUFBAU“:
Seminar 1: gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Partnerschaft, Rolle, Geschlecht, Diversität, alternative Familien- und Partnerschaftsmodelle, Lebensphasen und Entwicklungszyklen von Paarsystemen
Seminar 2: Bindung und Autonomie in Partnerschaften, Kontrolle, Vertrauen, Grenzen, Eifersucht, Paarkontrakte, Paare als Eltern, Skulpturarbeit,
Seminar 3: interkulturelle Paare, besondere Herausforderungen, psychische Erkrankungen von Partner:innen, Krisen in Partnerschaften, Nebenbeziehungen, dyadische und triadische Systeme, Neutralität, Musterunterbrechungen, Refraimin
Seminar 4: Affektregulation, Deeskalation, Macht und Ohnmacht, Stagnation, Coping-Strategien. Umgang mit Verletzungen, Gewalt in Partnerschaften, Arbeit im therapeutischen Doppel, Doppeln
Seminar 5: Sexualität, Intimität, Lustlosigkeit und Lust, Sprache von Paaren, Scham und Würde in Paarbeziehungen, Körperarbeit
Seminar 6: ungewollte/ gewollte Kinderlosigkeit, Abschiede, Trennung, Neubeginn, Grenzen, Chancen, Patchwork, Abschlusskolloquium
Die Seminare können in der Reihenfolge variieren.
begleitender Themenschwerpunkt „SUPERVISION UND REFLEKTION DER EIGENEN ARBEIT“
3 Supervisionsseminare – 60 UE
Intervisionsgruppentreffen – 50 UE
(selbstorganisierte, gegenseitige Unterstützung, Erarbeitung von Themen aus den Seminaren, Fallbesprechungen, Selbstreflektion, Literaturarbeit)
Wenn die Weiterbildung eigene Paarthemen anstößt, ist es möglich bei uns und unseren Kooperationspartner:innen individuelle Selbsterfahrung zu buchen. Die Häufigkeit und Dauer ist natürlich individuell abhängig. Als Richtgröße für die Planung werden 4 Sitzungen á 90 min vorgeschlagen. Dieses Angebot ist freiwillig.
Teilnahme und erfolgreicher Abschluss werden mit dem Instituts-Zertifikat als SYSTEMISCHE(R) PAARTHERAPEUT(IN) – Kwerenzia bescheinigt. Dieses kann bei Erfüllung aller Voraussetzungen durch die DGSF zertifiziert werden.
Das Curriculum erfüllt die Bedingungen der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF).
Die Kosten für die Seminare und die Supervisionsseminare belaufen sich auf 3200,00 EUR, zahlbar in Raten. In den Weiterbildungskosten sind enthalten: Seminare, Supervisionsseminare, Seminarunterlagen, Snacks und Getränke in den Seminaren, Instituts-Zertifikat/ Teilnahmebescheinigung und Prüfung der Zugangsvoraussetzungen sowie Prüfung der erbrachten Leistungen während der Weiterbildung.
Die Kosten für eventuell benötigte Einzelselbsterfahrungen (ca. 400,00 – 600,00 EUR) sind darin nicht enthalten. Das betrifft ebenfalls alle persönlichen Unterkunfts- und sonstigen Verpflegungskosten sowie die Zertifizierungskosten bei der DGSF.
Die Zahlung kann in Raten erfolgen.
Die Möglichkeit der Förderung durch die Sächsische Aufbau-Bank (SAB) ist individuell zu prüfen. Bei der Förderung durch die SAB ist zu beachten, dass der Antrag vor Maßnahme-Beginn erfolgen muss, um eine Förderung zu erhalten.
Und sonst noch…
Inhalt
Uns ist wichtig eine fundierte Basis zu schaffen, um mit unterschiedlichsten Kontexten und Settings arbeiten zu können. Die Arbeitsfelder unserer Teilnehmenden mit ihren spezifischen Themen bestimmen diesen Inhalt mit.
Praxis
Neben der Weiterbildung werden Praxiserfahrungen gesammelt und mit den Inhalten der Weiterbildung individuell verknüpft. Damit entsteht ein ganz spezifisches Kompetenzfeld bei unseren Teilnehmenden.
Reflexion
Ein Teil der Weiterbildung beinhaltet Praxisreflexionen und die Supervision der eigenen Arbeit. Diese Reflexion ermöglicht auch die eigene Entwicklung wahrzunehmen.
Selbstorganisation
Ein weiter Teil der Weiterbildung wird in Form von selbstverantwortlichen Intervisionen selbst organisiert und bearbeitet. So können die Inhalte und Erfahrungen nachhaltig integriert werden.