systemische Beratung und Therapie – Dresden
dreijährige DGSF zertifizierte Weiterbildung

nächster Start 18.09.2026

Zielgruppe

Die Weiterbildung „systemische Therapie“ richtet sich an Mitarbeitende aus allen psychosozialen Arbeitsbereichen, die in ihrem beruflichen Feld Prozesse tiefgründiger begleiten wollen bzw. sich zusätzliches Wissen zur systemischen Arbeit mit Trauma/ Störungsbildern usw. aneignen möchten.

Eine multiprofessionell aufgestellte Weiterbildungsgruppe spiegelt die Realität der systemischen Arbeit wieder und bereichert inhaltlich sowie fachlich.

Zugangsvoraussetzungen

1. 

Zugang A) Hochschulabschluss mit  sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung und psychosoziale Praxiserfahrungen

oder

Zugang B) ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung) und Berufstätigkeit im pädagogischen, medizinischen oder psychosozialen Bereich

2.  

Möglichkeit zur Umsetzung systemischer Beratung mit Familien, Paaren und Gruppen während der Weiterbildung.

3.  

Bereitschaft zur Selbsterfahrung


Weiterbildungsorganisation

Die Weiterbildung „systemische Beratung“ hat eine Laufzeit von 36 Monaten.

Seminarzeiten der zweitägigen Seminare und Supervisionsseminare:

Freitag: 09:00 – 18:15

Samstag: 09:00 – 18.15

Die dreitägigen Seminare beginnen am

Donnerstag: 09:00 Uhr

die viertägigen Seminare beginnen am

Mittwoch: 09:00 Uhr 

Konzept

Kwerenzia bietet die Kurse „systemische Beratung“ und „systemische Therapie“ nach den Richtlinien der DGSF an und vermittelt dabei neben dem grundlegenden systemischen Verständnis umfangreiche Methodenkenntnisse.

Unser Ziel ist es, systemische Fachleute auszubilden, die ein geschultes Wissen und Gespür für die Bedürfnisse, Gefühle und Kontexte der KlientInnen haben, sowie für die Zusammenhänge bzw. Muster, die bestimmte Problematiken erzeugen bzw. aufrechterhalten. Wir möchten unsere Weiterbildungsteilnehmenden dazu anregen, sog. Probleme als Ausdruck von Bedürfnissen und bisherige Lösungsversuche der Betroffenen zu verstehen. Besonderes Augenmerk legen wir auf eine differenzierte Auftragsklärung, weil dies unserer Erfahrung nach den Grundstein für die Wahl geeigneter Interventionen legt und die Möglichkeiten zur Selbstwirksamkeit bei den Klient:innen dadurch erhöht werden.

Neben der fundierten Vermittlung systemischer Theorie und entsprechender Methodik ist uns an der individuellen Praxis orientiertes Arbeiten sehr wichtig. Persönliche berufliche Erfahrungen werden mit theoretischem Input gekoppelt.

Die Lernenden profitieren sehr stark von diesem praxisbezogenen Arbeiten (z.B. in den Live-Supervisionen) und erschließen sich dabei theoretisch vermitteltes Wissen neu.

Besonders wichtig ist es uns, dass sich die Weiterbildungsteilnehmenden in den verschiedenen Methoden ausprobieren und ihren eigenen, individuellen Beratungsstil entwickeln. Zu diesem Prozess möchten wir sie ermutigen und dabei unterstützen.

Für uns ist ein regelmäßiger Austausch nach den Seminaren, eine gute Feedbackkultur sowie auch ein fachlicher Austausch über systemische Themen Grundlage für unsere Zusammenarbeit sowie der Weiterentwicklung unseres systemischen Selbstverständnisses.

Kompetenzorientierung

Die Weiterbildung dient dazu,

• ein vertieftes Verständnis systemischer Theorien, therapeutischer Haltungen und Denkmodelle zu entwickeln und diese auf therapeutische Prozesse zu beziehen.
• fundiertes Wissen zu Entwicklungs-, Bindungs-, Konflikt- und Krisentheorien aufzubauen und deren Bedeutung für psychische Belastungen und Störungsbilder einzuordnen.
• therapeutisch relevante Settings, Kontexte und Auftragslagen (inkl. Mehrpersonensettings, Zwangskontexte und institutionelle Rahmen) differenziert zu analysieren.
• rechtliche, ethische und professionelle Grundlagen therapeutischen Handelns (u. a. Schweigepflicht, Verantwortung, Abgrenzung Beratung/Therapie) sicher zu verankern.
• die Bedeutung von Diversity-, Gender-, interkulturellen und sozialökologischen Aspekten für therapeutische Prozesse zu reflektieren.

Es geht darum,

• die Fähigkeit zur professionellen Planung, Gestaltung und Evaluation therapeutischer Prozesse zu entwickeln.
• systemische Gesprächsführung, therapeutische Fragetechniken und Hypothesenbildung gezielt in Therapieprozessen anzuwenden.
• therapeutisch relevante Muster, Dynamiken und Wechselwirkungen in Einzel-, Paar- und Familiensystemen zu erkennen und zu bearbeiten.
• Handlungssicherheit im Umgang mit Krisen, psychischen Belastungen und emotionaler Destabilisierung zu entwickeln.
• eine reflektierte, störungs- und ressourcenorientierte Interventionspraxis aufzubauen und eigene therapeutische Konzepte weiterzuentwickeln.

Die Teilnehmenden werden darin unterstützt,

• eine therapeutische Haltung zu entwickeln, die von Wertschätzung, Empathie und professioneller Beziehungsgestaltung getragen ist.
• klare, transparente und haltgebende Kommunikation in therapeutischen Prozessen zu fördern.
• einen professionellen Umgang mit Vielfalt, Machtverhältnissen und Abhängigkeitsdynamiken in Therapie zu entwickeln.
• die Fähigkeit zur bewussten Gestaltung therapeutischer Nähe und Distanz sowie zur Rollenklärung zu stärken.
• Kompetenzen im Umgang mit Konflikten, Ambivalenzen und Loyalitätskonflikten innerhalb therapeutischer Systeme aufzubauen.

Die übergeordneten Kompetenzziele sind dabei:

• eine reflektierte therapeutische Identität zu entwickeln und Verantwortung für therapeutische Prozesse und deren Auswirkungen zu übernehmen.
• die Fähigkeit zur kontinuierlichen Selbstreflexion, zum Perspektivwechsel und zur bewussten therapeutischen Positionierung zu stärken.
• den professionellen Umgang mit eigenen Grenzen, Belastungen und den Grenzen therapeutischer Wirksamkeit zu entwickeln.
• Supervision und kollegiale Beratung als selbstverständliche Bestandteile therapeutischer Qualitätssicherung zu etablieren.
• Selbstfürsorge sowie die Reflexion biografischer und transgenerationaler Einflüsse als festen Bestandteil therapeutischer Professionalität zu verankern.

Seminare

1. Themenschwerpunkt „EINFÜHRUNG IN DIE SYSTEMISCHE ARBEIT “

Seminar 0: Einführungsseminar 

Das Einführungsseminar enthält neben einigen Grundlagen der systemischen Arbeit, geschichtliche und theoretische Einführungen ins Thema. Es gehört bereits inhaltlich zur Weiterbildung, kann aber von Unentschlossenen als Orientierungsseminar genutzt werden. Die Weiterbildung bei Kwerenzia kann im Anschluß an das Seminar bis zu zwei Jahren später begonnen werden. Kosten 250 Euro


Seminar 1: Grundmethoden der Systemischen Arbeit

Seminar 2: Systemische Gesprächsführung im Mehrpersonensetting

Seminar 3: Emotionales Arbeiten/ Arbeit mit inneren Anteilen

 

2. Themenschwerpunkt „SYSTEMISCHE INTERVENTIONEN IN KONTEXTABHÄNGIGKEIT“

Seminar 4: Arbeit im interkulturellen Kontext

Seminar 5: Macht und Gewalt in Systemen/ Zwangskontexte

Seminar 6: Hypothesenbildung/ Genogrammarbeit

Seminar 7: Elternarbeit und Paartag

Seminar 8: Anwendungsseminar

Seminar 9: Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

 

3. Themenschwerpunkt „ARBEIT MIT TRANSGENERATIONALEN THEMEN“

Seminar 10: Selbstbild/ Identität

Seminar 11: Familienrekonstruktion

Seminar 12: Arbeit mit Familien in komplexen Helfersystemen

Seminar 13: Abschlusskolloquium/ Beratungsweiterbildung

 

4. Themenschwerpunkt „SYSTEMISCHE THERAPIE“

Seminar 14: Hypnosystemische Interventionen

Seminar 15: Arbeit mit psychiatrischen Störungsbildern

Seminar 16: Arbeit mit psychosomatischen Symptomen

Seminar 17: Arbeit mit Trauma/ Embodyment

Seminar 18: Abschied Trauer Verlust

Seminar 19: Abschlusskolloquium

 

5. begleitender Themenschwerpunkt „SUPERVISION UND REFLEKTION DER EIGENEN ARBEIT“

8 Supervisionsseminare – 160 UE

individuelle Selbsterfahrung (eigenverantwortlich) – 12 UE

Intervisionsgruppen (eigenverantwortlich) – 100 UE 

Abschluss 

Am Ende der Weiterbildung wird bei erfolgreichem Abschluss das Instituts-Zertifikat für „systemische Therapie (DGSF)“ ausgestellt. Dieses kann bei Erfüllung aller Voraussetzungen durch die DGSF zertifiziert werden.

In anderen Fällen erfolgt eine Teilnahmebescheinigung für die erbrachten Leistungen.

Das Curriculum erfüllt die Bedingungen der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF). 

Kosten

Das Einführungsseminar kostet 250,00 EUR.

Die Kosten für alle weiteren Seminare und die Supervisionsseminare belaufen sich auf 7600,00 EUR.

In den Weiterbildungskosten sind enthalten: Seminare, Supervisionsseminare, Seminarunterlagen, Snacks und Getränke in den Seminaren, Instituts-Zertifikat/ Teilnahmebescheinigung und Prüfung der Zugangsvoraussetzungen sowie Prüfung der erbrachten Leistungen während der Weiterbildung.

Die Kosten für die individuell organisierten Einzelselbsterfahrungen (ca. 600 – 900,00 EUR) sind darin nicht enthalten. Das betrifft ebenfalls alle evtl. anfallenden Unterkunfts- und Verpflegungskosten, sowie die Zertifizierungskosten durch die DGSF. 

Finanzierung

Eine Ratenzahlung ist möglich.

Die Möglichkeit der Förderung durch die Sächsische Aufbau-Bank (SAB) ist individuell zu prüfen. Bei der Förderung durch die SAB ist zu beachten, dass der Antrag rechtzeitig vor Maßnahme-Beginn erfolgen muss, um eine Förderung zu erhalten. 

Und sonst noch…

Inhalt

Uns ist wichtig eine fundierte Basis zu schaffen, um mit unterschiedlichsten Kontexten und Settings arbeiten zu können. Die Arbeitsfelder unserer Teilnehmenden mit ihren spezifischen Themen bestimmen diesen Inhalt mit.

Praxis

Neben der Weiterbildung „systemische Therapie“ werden Praxiserfahrungen gesammelt und mit den Inhalten der Weiterbildung individuell verknüpft. Damit entsteht ein ganz spezifisches Kompetenzfeld bei unseren Teilnehmenden.

Reflexion

Ein Teil der Weiterbildung „systemische Therapie“ beinhaltet Praxisreflexionen und die Supervision der eigenen Arbeit. Diese Reflexion ermöglicht auch die eigene Entwicklung wahrzunehmen.

Selbstorganisation

Ein weiterer Teil der Weiterbildung „systemische Therapie“ wird in Form von selbstverantwortlichen Intervisionen selbst organisiert und bearbeitet. So können die Inhalte und Erfahrungen nachhaltig integriert werden.